{"id":823,"date":"2018-06-09T13:08:43","date_gmt":"2018-06-09T11:08:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sigmund-freud-institut.de\/?page_id=823"},"modified":"2024-07-22T10:50:08","modified_gmt":"2024-07-22T08:50:08","slug":"starthilfe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sigmund-freud-institut.de\/index.php\/starthilfe\/","title":{"rendered":"Starthilfe"},"content":{"rendered":"<div id=\"gheader\">\n<h1>Starthilfe<\/h1>\n<h2>Ausf\u00fchrliche Projektbeschreibung<\/h2>\n<\/div>\n<p>Fr\u00fche Gewaltpr\u00e4vention, soziales Lernen sowie die F\u00f6rderung der sozialen Integration von Kindern aus Randgruppen geh\u00f6rten zu den Zielen der\u00a0Frankfurter Pr\u00e4ventionsstudie, die das Sigmund-Freud-Institut in Kooperation mit dem Anna-Freud-Institut Frankfurt und dem St\u00e4dtischen Schulamt von 2003 bis 2006 in 14 Frankfurter Kindertagesst\u00e4tten durchgef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Die Studie ging von neueren Ergebnissen der psychoanalytischen Entwicklungspsychologie, der Fr\u00fchp\u00e4dagogik und der Hirnforschung aus, dass in den ersten Lebensjahren die Weichen f\u00fcr die sp\u00e4tere psychische und psychosoziale Entwicklung in hohem Ma\u00dfe gestellt werden. Dank der enormen Plastizit\u00e4t von Seele und Gehirn k\u00f6nnen durch relativ geringen Aufwand falsch gestellte Weichen korrigiert werden. Daher bietet die Fr\u00fchpr\u00e4vention enorme Chancen f\u00fcr Kinder, ihre Familien, aber auch f\u00fcr Institutionen und unsere Gesellschaft ganz allgemein.<\/p>\n<p>In Zeiten der beunruhigend zunehmenden Gewalt auch schon bei kleinen Kindern sind dies wichtige Erkenntnisse. So wissen wir aus vielen Studien, dass die ca. 3% der Kinder, die schon mit 3 Jahren gewaltt\u00e4tiges Verhalten zeigen, mit hoher Wahrscheinlichkeit sp\u00e4ter massive destruktive Verhaltensweisen entwickeln werden. Doch fast noch beunruhigender ist die Beobachtung, dass\u00a0 aggressiv-destruktives Verhalten leider nicht mehr vornehmlich bei Kindern aus High-risk-Milieus beobachtet wird, sondern in beunruhigender Weise zunehmend ansteigend bei Kindern aus so genannten \u201enormalen Verh\u00e4ltnissen\u201c bzw. bei anderen \u201eRisikogruppen\u201c (z.B. bei Scheidungskindern, Kindern aus multikulturellen Familien etc.) zu beobachten ist.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Frankfurter Pr\u00e4ventionsstudie stimmen mit anderen Studien \u00fcberein: etwa 15% der Kindergartenkinder zeigen schon in diesem fr\u00fchen Alter sozial auff\u00e4lliges Verhalten. Vor diesem Hintergrund sind die Ergebnisse der repr\u00e4sentativen Untersuchung hoch relevant: sowohl die Aggressivit\u00e4t, die \u00c4ngstlichkeit und die Hyperaktivit\u00e4t der Kinder nehmen durch das Pr\u00e4ventionsprogramm \u2013 verglichen mit der Kontrollgruppe \u2013 statistisch signifikant ab (allerdings ist interessanterweise nur die Abnahme der Hyperaktivit\u00e4t bei M\u00e4dchen statistisch signifikant).<\/p>\n<p>Erfreulicherweise ist es seit 2007 gelungen, zun\u00e4chst durch die Unterst\u00fctzung der Polytechnischen Gesellschaft, der Crespo Foundation, der Zinkann Stiftung, sowie der Stadt Frankfurt die Erkenntnisse der Studie in einer 2. Projektphase in weiteren 10 Kindertagesst\u00e4tten umzusetzen. Die Kinderzentren bewerben sich um eine Teilnahme am Starthilfeprojekt und erhalten f\u00fcr zwei Jahre das folgende Angebot:<\/p>\n<ul>\n<li>W\u00f6chentliche Unterst\u00fctzungen durch p\u00e4dagogisch-psychoanalytisch geschulte Projektmitarbeitende in den Einrichtungen selbst<\/li>\n<li>Zus\u00e4tzliche Professionalisierung des Kita-Teams durch 14-t\u00e4gliche Supervisionen durch erfahrene, gut ausgebildete Supervisorinnen und Supervisoren<\/li>\n<li>Unterst\u00fctzung bei der Elternarbeit<\/li>\n<\/ul>\n<p>Das Projekt wird in Kooperation zwischen dem Sigmund-Freud-Institut und dem Anna-Freud-Institut durchgef\u00fchrt. Seit 2017 finanziert die Stadt Frankfurt \u00fcber den Betrieb Kita Frankfurt das Starthilfe-Projekt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Starthilfe Ausf\u00fchrliche Projektbeschreibung Fr\u00fche Gewaltpr\u00e4vention, soziales Lernen sowie die F\u00f6rderung der sozialen Integration von Kindern aus Randgruppen geh\u00f6rten zu den Zielen der\u00a0Frankfurter Pr\u00e4ventionsstudie, die das Sigmund-Freud-Institut in Kooperation mit dem Anna-Freud-Institut Frankfurt und dem St\u00e4dtischen Schulamt von 2003 bis 2006 in 14 Frankfurter Kindertagesst\u00e4tten durchgef\u00fchrt hat. 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