{"id":825,"date":"2018-06-09T13:11:03","date_gmt":"2018-06-09T11:11:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sigmund-freud-institut.de\/?page_id=825"},"modified":"2021-06-01T16:22:27","modified_gmt":"2021-06-01T14:22:27","slug":"apas","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sigmund-freud-institut.de\/index.php\/forschung\/forschungsschwerpunkte\/apas\/","title":{"rendered":"APAS"},"content":{"rendered":"<h2>Aporien der Perfektionierung in der beschleunigten Moderne (APAS)<\/h2>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Projekttitel:<\/strong>\u00a0Aporien der Perfektionierung in der beschleunigten Moderne<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Projekttyp:<\/strong>\u00a0Drittmittelprojekt<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Akronym:<\/strong>\u00a0APAS<\/p>\n<h3>Projektbeschreibung<\/h3>\n<p><strong>Wissenschaftliche Leitung:<\/strong> Prof. Dr. Vera King (SFI, Sprecherin), Prof. Dr. Benigna Gerisch (IPU Berlin), Prof. Dr. Hartmut Rosa (FSU Jena)<br \/>\n<strong>gef\u00f6rdert durch:<\/strong> Volkswagenstiftung.<br \/>\n<strong>F\u00f6rderinitiative:<\/strong> Schl\u00fcsselthemen f\u00fcr Wissenschaft und Gesellschaft<br \/>\n<strong>Wiss. MitarbeiterInnen:<\/strong> Julia Schreiber (SFI), Ben Salfeld-Nebgen (IPU) u.a.;<br \/>\n<strong>Laufzeit:<\/strong> 12\/2012 \u2013 04\/2018.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sigmund-freud-institut.de\/wp-content\/uploads\/APAS_Publikationen_052019-1.pdf\">Publikationen zum Projekt APAS<\/a><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ausgangspunkt des Projekts ist der Befund, dass sich moderne Gesellschaften westlichen Typs dynamisch reproduzieren, d.h. auf stetigem Wachstum und Innovation basieren, und dass sich im Zuge dessen die Modi der Effektivit\u00e4tssteigerung ver\u00e4ndern. So impliziert dynamisches Wachstum nicht nur die Beschleunigung sozialer Prozesse, sondern erfordert permanente Optimierung sozialer Praxis in unterschiedlichen Lebensbereichen. Die verschiedenen, teils auch im Verh\u00e4ltnis zueinander strukturell entgegengesetzten Optimierungslogiken in differenten Teilbereichen m\u00fcssen auf der Ebene individueller Lebensf\u00fchrung wiederum integriert und in diesem Sinne zu perfektionieren versucht werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">W\u00e4hrend Optimierungsanforderungen aus der Rationalisierung und operativen Beschleunigung sozialer Handlungsfelder resultieren und in der Regel auf die quantitative Steigerung einzelner Parameter der Lebensf\u00fchrung abzielen, richten sich Perfektionierungsbestrebungen in diesem Sinne auf die gesamte Lebensf\u00fchrung. Dabei gehen wir davon aus, dass sich sp\u00e4testens mit den folgenreichen politischen, technischen sowie \u00f6konomischen Umbr\u00fcchen um 1990 die Moderne selbst noch einmal in einer Weise beschleunigt hat, die f\u00fcr die individuelle Lebensf\u00fchrung neuartige Perfektionierungsanspr\u00fcche und Widerspr\u00fcche hervorbringt und bisherige Integrationsf\u00e4higkeiten in Frage stellt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Projektleitend ist somit die Annahme eines spezifischen Zusammenhangs von Beschleunigung, Optimierung und Perfektionierung, dessen Untersuchung auf verschiedenen Ebenen des Sozialen aussteht. Ausgehend von der Vermutung, dass die Anforderungen an perfektionierte Lebensf\u00fchrung biografische Muster und Bew\u00e4ltigungsformen beg\u00fcnstigen, die systematisch die \u2013 f\u00fcr das gesellschaftliche Funktionieren und die Reproduktion zugleich unverzichtbaren \u2013 Ressourcen sozialer Beziehungen und psychischer Verarbeitungskapazit\u00e4ten zu unterminieren neigen, untersuchen wir insbesondere die potentiell kontraproduktiven Folgewirkungen der Perfektionierungsanspr\u00fcche.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Aus dieser Sicht sind Zusammenh\u00e4nge naheliegend zwischen (Aporien der) Perfektionierung und jenen Ph\u00e4nomenen und St\u00f6rungsbildern, die als zeittypische \u201aPathologien\u2018 verstanden werden k\u00f6nnen. Erscheinungsformen der Ersch\u00f6pfung und \u00dcberforderung sowie pathologisch \u00fcbersteigerte Formen der (insbesondere k\u00f6rpermanipulierenden) Selbstoptimierung sind, so eine untersuchungsleitende Hypothese, gesellschaftlich mitproduzierte oder verst\u00e4rkte symptomatische Verarbeitungsweisen, die die Aporien der Perfektionierung zugespitzt zum Ausdruck bringen. Vor diesem Hintergrund werden im Projekt bei 25- bis 40-j\u00e4hrigen M\u00e4nnern und Frauen auch die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen allt\u00e4glichen biografischen Mustern der Optimierung und Perfektionierung und Bew\u00e4ltigungsmustern oder \u00dcberforderungsszenarien bei klinisch auff\u00e4lligen Gruppen verglichen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im Zentrum stehen daher f\u00fcr alle Teile des Projekts die Fragen, wie sich die fortw\u00e4hrende gesellschaftliche Dynamisierung des Wettbewerbs und der Anerkennungsstrukturen in Perfektionierungszw\u00e4nge f\u00fcr die Subjekte \u00fcbersetzt und welche Konsequenzen dies f\u00fcr soziale Beziehungen und Selbstentw\u00fcrfe auch auf der Ebene der K\u00f6rper-Selbstverh\u00e4ltnisse hat. Dazu wurde ein dreigliedriger, eng aufeinander bezogener, mehrere Ebenen des Sozialen vermittelnder und zugleich mehrdisziplin\u00e4rer Zugang entwickelt, bei dem verschiedene qualitative und quantitative Methoden kombiniert werden:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im ersten Teilprojekt (Rosa) wird aus makrosoziologischer Perspektive die Matrix einer Zeit- und Gesellschaftsdiagnose erarbeitet, die im zweiten Teilprojekt (King) durch eine biografieanalytische Mikroanalyse unter Einbezug generationaler Aspekte von Sozialisationsprozessen sowie psychischen Verarbeitungsmustern weiter ausdifferenziert wird, w\u00e4hrend im dritten Teilprojekt (Gerisch) die Auswirkungen auf den Ebenen des Psychischen mit Blick auf die Umschlagstelle von Selbstoptimierung und Autodestruktion fokussiert werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der innovative Gewinn dieses dreigliedrigen Forschungsansatzes liegt insgesamt in der M\u00f6glichkeit, den sozialtheoretisch offenen Fragen zur komplexen Vermittlung von Sozialem und Individuellem im Kontext der dargelegten kulturellen Wandlungsprozesse nachgehen zu k\u00f6nnen. Entsprechende Ergebnisse sind sowohl f\u00fcr die Sozialisations- und Entwicklungsforschung als auch f\u00fcr den klinisch-diagnostischen und pr\u00e4ventiven Bereich relevant und dar\u00fcber hinaus auch in gesellschaftstheoretischer Hinsicht von gro\u00dfem Interesse.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weitere Informationen unter:\u00a0<b><a href=\"https:\/\/www.apas.uni-hamburg.de\/\">https:\/\/www.apas.uni-hamburg.de\/<\/a><\/b><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aporien der Perfektionierung in der beschleunigten Moderne (APAS) Projekttitel:\u00a0Aporien der Perfektionierung in der beschleunigten Moderne Projekttyp:\u00a0Drittmittelprojekt Akronym:\u00a0APAS Projektbeschreibung Wissenschaftliche Leitung: Prof. Dr. Vera King (SFI, Sprecherin), Prof. Dr. Benigna Gerisch (IPU Berlin), Prof. Dr. Hartmut Rosa (FSU Jena) gef\u00f6rdert durch: Volkswagenstiftung. F\u00f6rderinitiative: Schl\u00fcsselthemen f\u00fcr Wissenschaft und Gesellschaft Wiss. 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