{"id":955,"date":"2018-07-05T15:25:37","date_gmt":"2018-07-05T13:25:37","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sigmund-freud-institut.de\/?page_id=955"},"modified":"2024-12-09T15:59:06","modified_gmt":"2024-12-09T14:59:06","slug":"psychodynamische-kurztherapie-fuer-zwangspatienten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sigmund-freud-institut.de\/index.php\/forschung\/forschungsschwerpunkte\/psychodynamische-kurztherapie-fuer-zwangspatienten\/","title":{"rendered":"Psychodynamische Kurztherapie von Zwangserkrankungen"},"content":{"rendered":"<h2><strong>Zwangserkrankung<\/strong><\/h2>\n<p><strong>Das Krankheitsbild<br \/>\n<\/strong>Menschen mit Zwangssymptomen leiden oftmals unter Gedanken und\/oder Handlungsimpulsen, die sich ihnen aufdr\u00e4ngen. Diese sind etwa sich h\u00e4ufig zu waschen, Dinge zu ordnen, zu z\u00e4hlen und zu kontrollieren, z. B. ob der Herd ausgeschaltet oder die T\u00fcr abgeschlossen ist.<\/p>\n<p>Diese Zwangsgedanken, Zwangsbef\u00fcrchtungen und\/oder Zwangshandlungen sind meist mit einem gro\u00dfen Leidensdruck verbunden. Immer wieder tauchen die qu\u00e4lenden Gedanken und Handlungsimpulse auf, gegen die Betroffene scheinbar nichts tun k\u00f6nnen. Wenn sie den Zw\u00e4ngen nicht nachgeben, bekommen sie enorme Angst.<\/p>\n<h2><strong>Psychotherapie<\/strong><\/h2>\n<p>Die Zwangserkrankung ist eine h\u00e4ufige und ernst zu nehmende Erkrankung, die der Behandlung bedarf. Psychotherapie ist hier die Behandlung der Wahl.<\/p>\n<p>Eine ausgepr\u00e4gte Zwangserkrankung l\u00e4sst sich ohne psychotherapeutische Hilfe kaum aus eigener Kraft \u00fcberwinden. Oft ist es auch nicht einfach, \u00fcber seine Symptome zu sprechen. Mit nahestehenden Menschen dar\u00fcber zu reden, hilft meist nur f\u00fcr einen Moment, aber nicht auf Dauer.<br \/>\nMenschen mit Zwangserkrankungen erleben dabei oft, dass sie gut gemeinte Ratschl\u00e4ge nicht umsetzen k\u00f6nnen und dass die Geduld ihres Umfeldes irgendwann ersch\u00f6pft ist.<\/p>\n<p><strong>Psychotherapie<br \/>\n<\/strong>Psychotherapie kann bei Zwangserkrankungen hilfreich sein und dazu beitragen, aus dem Gef\u00fchl der Ohnmacht herauszukommen, wenn es gelingt, einen anderen Blick auf unl\u00f6sbar scheinende Probleme zu finden. Dies setzt die aktive Mitarbeit der Betroffenen voraus.<br \/>\nDie psychoanalytische Psychotherapie und abgewandelte psychodynamische Therapieans\u00e4tze geh\u00f6ren zu den am h\u00e4ufigsten verwendeten Therapieformen zur Behandlung von Zwangserkrankungen.<\/p>\n<p><strong>Arten der Psychodynamischen Psychotherapieverfahren<br \/>\n<\/strong>Psychoanalyse und Tiefenpsychologie sind zwei unterschiedliche, aber verwandte Ans\u00e4tze zum Verst\u00e4ndnis des menschlichen Erlebens und Verhaltens. Es gibt zwar einige \u00dcberschneidungen zwischen beiden, aber auch einige wesentliche Unterschiede.<\/p>\n<p>Die Psychoanalyse ist eine spezielle, von Sigmund Freud entwickelte und seitdem stetig weiterentwickelte Therapieform, die sich auf das Unbewusste und die Dynamik der Beziehungen des Patienten\/der Patientin einschlie\u00dflich der Beziehung zwischen PatientIn und TherapeutIn konzentriert. Viele unserer Gedanken, Gef\u00fchle und Verhaltensweisen werden von unbewussten Konflikten beeinflusst, die ihre Wurzeln in fr\u00fchen Kindheitserfahrungen haben. Ziel der Psychoanalyse ist es, den Patienten zu helfen, Einblick in diese unbewussten Prozesse zu gewinnen.<\/p>\n<p>Die Tiefenpsychologie hingegen ist ein breiteres Feld, das eine Reihe von Ans\u00e4tzen zum Verst\u00e4ndnis der menschlichen Psyche umfasst. Dabei findet eine Vielzahl therapeutischer Techniken Verwendung. Der genaue Ablauf einer tiefenpsychologischen Psychotherapie kann daher je nach Patient und Art der Zwangserkrankung in Dauer und Frequenz variieren.<\/p>\n<p><strong>Die Psychodynamische Kurzzeittherapie<br \/>\n<\/strong>Von den bisher existierenden Behandlungen f\u00fcr Zwangserkrankungen, etwa der empirisch gut erforschten kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), profitieren nicht alle Betroffenen ausreichend. Aus diesem Grund haben wir eine neue Form der Psychotherapie entwickelt, die spezifisch auf die Behandlung der Zwangserkrankung zugeschnitten ist (psychodynamische Therapie von Zwangserkrankungen, PDT-OCD). Dabei handelt es sich um eine manualisierte Therapie, die 24 Stunden umfasst und in der Regel mit einer Frequenz von 1 Std. pro Woche stattfindet.<\/p>\n<p>Die Rekrutierung neuer Patientinnen und Patienten f\u00fcr die Studie zur <strong>Psychodynamischen Kurzzeittherapie von Zwangserkrankungen <\/strong>ist abgeschlossen, daher werden keine weiteren Patienten in die Studie aufgenommen. Sollten Sie an einer Zwangserkrankung leiden und eine Psychotherapie beginnen wollen, k\u00f6nnen Sie sich bei der Ambulanz des Sigmund-Freud-Instituts melden.<\/p>\n<h2><strong>Kontakt<\/strong><\/h2>\n<p>Sigmund-Freud-Institut<br \/>\nSekretariat der Ambulanz<br \/>\nSabine Kroll<\/p>\n<p>Myliusstra\u00dfe 20<br \/>\n60323 Frankfurt am Main<\/p>\n<p>Telefon 069 971204-125<br \/>\nTelefax 069 971204-4<\/p>\n<p>E-Mail <a href=\"mailto:ambulanz-sekretariat@sigmund-freud-institut.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ambulanz-sekretariat(at)sigmund-freud-institut.de<\/a><\/p>\n<p>Telefonische Erreichbarkeit:<br \/>\nMo + Di 11.00-13.00 Uhr<\/p>\n<p><strong>Bei R\u00fcckfragen zur Studie erreichen Sie uns in unserer telefonischen Sprechstunde:<\/strong><\/p>\n<p>donnerstags 11.00 \u2013 12.00 Uhr<br \/>\nTel 069 971204-130<\/p>\n<p>Email: OCD-studie@sigmund-freud-institut.de<\/p>\n<p><strong>Projektteam<br \/>\n<\/strong>Prof. Dr. Heinz Wei\u00df, Sigmund-Freud-Institut<br \/>\nDr. Annabelle Starck, Sigmund-Freud-Institut<br \/>\nM.Sc. Psych. Stefan Coels, Sigmund-Freud-Institut<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwangserkrankung Das Krankheitsbild Menschen mit Zwangssymptomen leiden oftmals unter Gedanken und\/oder Handlungsimpulsen, die sich ihnen aufdr\u00e4ngen. Diese sind etwa sich h\u00e4ufig zu waschen, Dinge zu ordnen, zu z\u00e4hlen und zu kontrollieren, z. B. ob der Herd ausgeschaltet oder die T\u00fcr abgeschlossen ist. Diese Zwangsgedanken, Zwangsbef\u00fcrchtungen und\/oder Zwangshandlungen sind meist mit einem gro\u00dfen Leidensdruck verbunden. 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