{"id":10520,"date":"2023-04-25T15:50:19","date_gmt":"2023-04-25T13:50:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.sigmund-freud-institut.de\/?p=10520"},"modified":"2023-07-17T10:09:54","modified_gmt":"2023-07-17T08:09:54","slug":"zum-gedenken-an-den-100-geburtstag-von-horst-eberhard-richter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sigmund-freud-institut.de\/index.php\/2023\/04\/25\/zum-gedenken-an-den-100-geburtstag-von-horst-eberhard-richter\/","title":{"rendered":"Zum Gedenken an den 100. Geburtstag von Horst-Eberhard Richter"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 28. April 2023 gedenken wir dem 100. Geburtstag eines der renommiertesten deutschen Psychoanalytikers, Horst-Eberhard Richter. Der am 19. Dezember 2011 im Alter von 88 Jahren verstorbene Psychoanalytiker wird national und international als Vordenker der Friedensbewegung gesch\u00e4tzt. Zeit seines Lebens galt sein Engagement der Solidarit\u00e4t und dem Frieden sowie dem Schutz der Umwelt und atomarer Abr\u00fcstung. Richter war und bleibt ein respektierter Intellektueller der Friedensbewegung, der es schaffte, das Wissen der Psychoanalyse in die konkrete Alltagswelt hineinzutragen. Seit den Siebzigern bis zu seinem Lebensende publizierte Richter Beitr\u00e4ge \u00fcber neue soziale Bewegungen, Humanit\u00e4t und zum Dialog zwischen West- und Ost-Europa. In seinen Arbeiten und Reden widmete er sich den Ungerechtigkeiten im Zusammenhang mit der Globalisierung sowie den psychischen Ursachen von Krieg und Unfrieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg studierte er Medizin, Philosophie und Psychologie. In seiner Arbeit mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen (1952-1962) brachte er die psychischen Krankheiten von Heranwachsenden mit den Sp\u00e4tfolgen der Kriegszeit in Verbindung. Zwischen 1952 und 1959 wurde er Facharzt in Neurologie und Psychiatrie und absolvierte seine Ausbildung zum Psychoanalytiker in Berlin. Anfang der Sechziger leitete er das Berliner Psychoanalytische Institut und hatte ab 1962 bis 1991 den Lehrstuhl der Psychosomatik der Universit\u00e4t Gie\u00dfen inne. Von 1964 bis 1968 war er Pr\u00e4sident der Deutschen Psychoanalytischen Vereinigung und wurde nach seiner Emeritierung von 1991-2002 Direktor des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt.<\/p>\n\n\n\n<p>Prof. Dr. Richter ist international bekannt f\u00fcr seine Publikationen, in denen er Psychologie und Sozialwissenschaften miteinander verkn\u00fcpfte: anf\u00e4nglich dadurch, dass er die Psychoanalyse vom individuellen auf das familiale Niveau weiterdachte (sein Beitrag zur psychoanalytischen Familientherapie); sp\u00e4ter dadurch, dass er Psychoanalyse und sozial-gesellschaftliche Fragestellungen sehr eng aufeinander zu beziehen vermochte und die Bedeutung der Gruppendynamik sowie die politische Bedeutung der Psychotherapie\/Psychoanalyse in den Fokus r\u00fcckte. Bekannt wurde durch Richter auch der 1972 erstmals ver\u00f6ffentlichte Gie\u00dfen-Test, ein Testverfahren aus der Pers\u00f6nlichkeitspsychologie, den er in Zusammenarbeit mit seinen Gie\u00dfener Kollegen Dieter Beckmann und Elmar Br\u00e4hler entwickelte.<\/p>\n\n\n\n<p>Das von ihm in den Sechzigern gegr\u00fcndete Psychoanalytische Institut in Gie\u00dfen ist ihm zu Ehren 2017 zum Horst-Eberhard-Richter-Institut f\u00fcr Psychoanalyse umbenannt worden. Auch in den umliegenden L\u00e4ndern erlangte Richters klinisch-therapeutische Arbeit Bekanntheit, wobei an die enge Zusammenarbeit zwischen dem Gie\u00dfener Institut und dem Institut f\u00fcr Familien- und Sexualwissenschaften (IFSW) der Katholischen Universit\u00e4t Leuven (Belgien) erinnert sei. Am IFSW geh\u00f6rten Richters B\u00fccher \u2013 <em>Eltern, Kind und Neurose <\/em>(1963);<em> Patient Familie <\/em>(1970);<em> Familie und seelische Krankheit <\/em>(1976) und<em> Krise der M\u00e4nnlichkeit <\/em>(2006) \u2013 zur Pflichtlekt\u00fcre und seine Vorlesungen als Gastdozent (von 1990 bis 2002) zum Curriculum, was von den Studierenden sehr begr\u00fc\u00dft wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Anl\u00e4sslich des 100. Geburtstags von Horst-Eberhard Richter m\u00f6chten wir seinen bedeutenden Beitrag zur Psychoanalyse, zur Friedensforschung und zur Geschichte des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt w\u00fcrdigen und an sein Engagement f\u00fcr Themen erinnern, die aktueller sind als je zuvor. <\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Direktorium des Sigmund-Freud-Instituts<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 28. April 2023 gedenken wir dem 100. Geburtstag eines der renommiertesten deutschen Psychoanalytikers, Horst-Eberhard Richter. Der am 19. 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