{"id":13775,"date":"2024-08-30T12:15:30","date_gmt":"2024-08-30T10:15:30","guid":{"rendered":"https:\/\/sigmund-freud-institut.de\/?p=13775"},"modified":"2025-06-23T15:20:00","modified_gmt":"2025-06-23T13:20:00","slug":"nachruf-fuer-ilse-grubrich-simitis-22-02-1936-bis-08-08-2024","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/sigmund-freud-institut.de\/index.php\/2024\/08\/30\/nachruf-fuer-ilse-grubrich-simitis-22-02-1936-bis-08-08-2024\/","title":{"rendered":"Nachruf f\u00fcr Ilse Grubrich-Simitis (22.02.1936 &#8211; 08.08.2024)"},"content":{"rendered":"\n<p>Die am 8. August verstorbene Psychoanalytikerin und international renommierte Freudforscherin Ilse Grubrich-Simitis war w\u00e4hrend ihres Lebens die unerm\u00fcdliche treibende Kraft hinter der Herausgabe der gesammelten Werke Freuds. Sie \u00fcbernahm zahlreiche redaktionelle Aufgaben in der psychoanalytischen Community und war Mitherausgeberin des Jahrbuchs f\u00fcr Psychoanalyse. Ihre Leidenschaft war es, Freuds Texte sowohl ihren psychoanalytischen Kolleginnen und Kollegen als auch einem breiteren psychoanalytisch interessierten Publikum zug\u00e4nglich zu machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie studierte an der Hochschule f\u00fcr Gestaltung in Ulm und begann ihre berufliche Laufbahn in den 1950er Jahren. Sie machte es sich zur Aufgabe, Freuds Grundlagentexte nach der Z\u00e4sur des Nationalsozialismus einem deutschen Publikum wieder zug\u00e4nglich zu machen. In dieser Zeit entwickelten sich sehr enge Beziehungen zu Personen wie James Strachey sowie Ernst und Anna Freud, die f\u00fcr Grubrich-Simitis eine wichtige unterst\u00fctzende Rolle spielten.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus ihrer T\u00e4tigkeit als Herausgeberin von Freuds Texten entstand der Wunsch, selbst Psychoanalytikerin zu werden. Sie begann ihre Ausbildung 1972 am Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt und begann drei Jahre sp\u00e4ter zu therapieren. Am SFI war sie Mitarbeiterin von Alexander Mitscherlich. Ende der 70er Jahre erschien ihre erste Ver\u00f6ffentlichung \u00fcber ihre klinische Arbeit, \u201eExtremtraumatisierung als kumulatives Trauma\u201c, ein Text \u00fcber \u00dcbertragung und Gegen\u00fcbertragung in der Behandlung eines Erwachsenen, der das Kind eines Holocaust-\u00dcberlebenden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>1998 erhielt sie den Sigmund-Freud-<em>Preis<\/em>&nbsp;f\u00fcr wissenschaftliche Prosa der Deutschen Akademie f\u00fcr Sprache und Dichtung. Im selben Jahr wurde sie mit dem Sigourney-Preis f\u00fcr herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Psychoanalyse ausgezeichnet. Sie wurde von der damaligen Jury als die herausragendste Freud-Forscherin innerhalb der deutschen psychoanalytischen Gemeinschaft anerkannt. Bekannt wurde sie in den Neunzigern durch B\u00fccher wie \u201eZur\u00fcck zu Freuds Texten\u201c (1993), das als besonderes Verdienst gilt und auch unbekannte Werke Freuds enth\u00e4lt. Einige Jahre zuvor hatte sie die \u201e\u00dcbersicht \u00fcber die \u00dcbertragungsneurosen. Ein bisher unbekanntes Manuskript\u201c herausgegeben. Sie betonte wiederholt den innovativen und kraftvollen Charakter von Freuds Arbeit. In ihren Besprechungen von Freuds Texten zeigte sie dem Leser <em>Freud at work<\/em>.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie war Ehrenmitglied und Lehranalytikerin am Frankfurter Psychoanalytischen Institut. Als klinisch vielseitig erfahrene, offene und unterst\u00fctzungsbereite Kollegin genoss sie hohe Anerkennung.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir trauern um Ilse Grubrich-Simitis, die durch ihre international herausragende Auseinandersetzung mit dem Werk Sigmund Freuds&nbsp;und der Theoriegeschichte der Psychoanalyse auch grundlegende Beitr\u00e4ge zur Weiterentwicklung der zeitgen\u00f6ssischen psychoanalytischen Forschung leistete.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Das Direktorium des Sigmund-Freud-Instituts<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die am 8. 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