Nachruf auf Prof. Dr. Cord Benecke

Am 30. Dezember 2025 verstarb im Alter von 60 Jahren unser Kasseler Kollege Prof. Dr. Cord Benecke. Sein Tod erfüllt uns mit tiefer Trauer.

Cord Beneckes unermüdlicher Einsatz für die Psychoanalyse kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Er hatte den Lehrstuhl Klinische Psychologie und Psychotherapie am Fachbereich Humanwissenschaften der Universität Kassel inne. Innerhalb des Instituts für Psychologie und in der Fachgruppe Klinische Psychologie war er ein hochgeschätzter Wissenschaftler, der Prozesse und Wirkungen der Psychotherapie empirisch erforschte und überprüfte. Unter anderem setzte er eine quantitativ empirisch fundierte, operationalisierte psychodynamische Diagnostik ein, um Veränderungen in Selbst- und Fremdrepräsentationen, Affektregulation und Mentalisierung in der psychoanalytischen Psychotherapie zu erfassen. Durch sein unermüdliches Engagement in Zusammenarbeit mit seiner psychoanalytischen Kollegin Heidi Möller am Institut für Psychologie kam zudem der Masterstudiengang Klinische Psychologie und Psychotherapie an der Universität Kassel zustande. Dieser Studiengang war für die Universität Kassel ein wichtiger Anziehungspunkt für Studierende. Sie schätzten Cord Benecke als Dozenten sehr. Als Leiter der Hochschulambulanz, die er selbst in Kassel aufgebaut hatte, widmete er sich neben der Behandlung von Erwachsenen auch der Behandlung von Kindern und Jugendlichen. Dadurch intensivierte sich in den letzten zehn Jahren die Zusammenarbeit mit der Fachgruppe Psychoanalyse am Institut für Erziehungswissenschaften. Cord Benecke unterstützte auch stets die Idee, die postgraduale Ausbildung in psychoanalytischer Kinder- und Jugendpsychotherapie in Zusammenarbeit mit den Kasseler Ausbildungsinstituten an der Universität Kassel akademisch zu verankern.

Cord Benecke war ein engagierter Kollege, dem es sehr am Herzen lag, die Psychoanalyse über soziale Medien einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Er strebte danach, die Präsenz von Psychoanalytiker*innen an den Instituten für Psychologie, Erziehungswissenschaften und Sozialwesen in Kassel sichtbarer zu machen, und den Studierenden dieser Institute auch Zugang zu den Vorlesungen und Seminaren der jeweils anderen Institute zu verschaffen. Er kämpfte in vielen Bereichen für die Psychoanalyse und engagierte sich sehr in der Deutschen Gemeinschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT). Auch berufspolitisch kämpfte er für die Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der universitären Psychoanalyse.

Mit Cord Benecke verlieren die psychoanalytische Community und die universitäre Forschung eine starke Persönlichkeit, der es gelungen ist, die Psychoanalyse als empirisch fundiertes Fachgebiet in der klinischen Psychologie zu verankern. Für seine Leistungen auf diesem Gebiet erhielt er auch von Vertretern anderer Therapierichtungen die gebührende Anerkennung.

Seine Stimme, seine Präsenz und sein solidarisches Engagement werden uns nun fehlen – auch ganz konkret, da es nun nicht mehr möglich ist, einfach zwischendurch zu telefonieren, um aktuelle Fragen zu besprechen. Sein Werk und die Erinnerung an ihn bleiben indes als fortdauernde Inspirationsquelle.

Das Direktorium und die Mitglieder des Sigmund-Freud-Instituts Frankfurt trauern um einen außergewöhnlichen Forscher, Hochschullehrer und so freundlichen Kollegen.

Patrick Meurs, Fachbereich Humanwissenschaften der Universität Kassel & Direktor des Sigmund-Freud-Instituts Frankfurt

Vera King, Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe Universität Frankfurt und Geschäftsführende Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts Frankfurt

Pressemitteilung der Goethe-Universität vom 26. Februar 2026

„Brüche – Demokratie in Zeiten der Regression“: Kooperation mit der Oper Frankfurt im Rahmen des Forschungsverbunds DemoReg

Wissenschaft und Kunst im Einsatz für die Demokratie

Wie kann die Demokratie gestärkt werden angesichts zunehmender Angriffe von innen und außen? Unter dem Titel „Brüche – Demokratie in Zeiten der Regression“ soll eine neue Veranstaltungsreihe Erhellendes dazu beitragen. Durch die Kooperation von Goethe-Universität, Institut für Sozialforschung und Sigmund-Freud-Institut mit der Oper Frankfurt sollen neue Perspektiven entstehen. Die Initiative ist im Frankfurter Teil des Forschungsverbunds DemoReg angesiedelt.

Lesen Sie hier die vollständige Pressemitteilung.

Vortrag von Prof. Dr. Vera King am 12. März 2026 im Unipark Nonntal in Salzburg

Zum Thema  ‚In Massen verführt − Psyche und Gesellschaft in Zeiten der Regression‘, Auftaktveranstaltung im Rahmen des gemeinsamen  Forschungs- und Studienschwerpunkts „Wissenschaft & Kunst“ der Universität Salzburg und der Kunstuniversität Mozarteum im Programmbereich „Figurationen des Übergangs“ zu „Suggestion: Praktiken der Manipulation, Optimierung und Verführung“.

Veranstaltung ‚Reflexionsraum‘ am 19. März 2026

Die Forschungsgruppe ‚Übergangsräume des Weiter(an)kommens‘ bietet allen Mitarbeitenden in der Geflüchtetenhilfe und Interessierten die Möglichkeit, sich über ihre Erfahrungen aus der Arbeit mit Geflüchteten auszutauschen.

Die Veranstaltung findet von 15 bis 16.30 Uhr im Sigmund-Freud-Institut statt.

Bitte melden Sie sich bis zum 12. März 2026 bei Frau Marburger an.

Hier finden Sie die Einladung zur Veranstaltung

Weitere Termine finden am 25.06.2026 und am 03.09.2026 statt.

Vortrag von Prof. Dr. Vera King, Dr. Julia Schreiber, Maike Stenger und Aaron Thiesen am 26. März 2026 um 18 Uhr am Sigmund-Freud-Institut Frankfurt/M.

Zum Thema „Über Hoffnung und Ambivalenz im Kontext von Reproduktionsmedizin“, veranstaltet von der Fördergesellschaft des SFI.

Moderation: Angelika Wilcke

Im Anschluss an den Vortrag findet eine Danksagung an Dr. Ute Auhagen-Stephanos für die Schenkung der Freud-Büste von Oscar Nemon an das SFI sowie ein Sektempfang mit Fingerfood statt.

Wir bitten um Ihre Anmeldung bis zum 24. März 2026 an: foege@sfi.eu

Workshop am 27. März 2026 von 13:30 bis 18:45 Uhr im Sigmund-Freud-Institut (SFI) in Frankfurt/M.

Reproduktives Timing. Chancen und Dilemmata der reproduktionsmedizinischen Behandlung

Im Mittelpunkt des Workshops stehen Herausforderungen der medizinischen Praxis im Kontext von Kinderwunsch und Elternwerden. Dazu werden Chancen und Dilemmata von reproduktionsmedizinischen Behandlungen aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven diskutiert.

Der Workshop bildet den Abschluss des Forschungsprojekts Reproduktives Timing. Lebenspraktische Orientierungen im Kontext von Reproduktionsmedizin, das von 2021 bis 2026 im Rahmen der DFG-geförderten Forschungsgruppe Medizin und die Zeitstruktur guten Lebens durchgeführt wurde.

Die Teilnehmer:innenzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich hier an.

Programm des Workshops

14. Kongress für psychodynamisches Coaching vom 27. bis 28. März 2026 an der Universität Kassel

Halten. Gegenhalten. Umschalten.
Essenz und Potential psychodynamischer Beratung in Organisationen

Veranstaltet von der inscape gGmbH (Institut für Coaching, Supervision und Organisationsberatung, Köln) und dem Institut für Psychologie der Universität Kassel in Kooperation mit dem Sigmund-Freud-Institut (SFI), Frankfurt/M. Dr. phil. Ullrich Beumer (Tagungsleitung) ist Gastwissenschaftler am SFI.

Weitere Informationen können Sie dem Programm entnehmen.

Das verbindliche Anmeldeformular schicken Sie bitte an gabriele.beumer@inscape-international.de.